Martin reist mit dem ICE zu seinen Anfängen im Osten Deutschlands, nach Erfurt. Beim Lesen der eigenen Stasi-Akte in der ehemaligen Dienststelle Petersberg zieht in Martins Kopfkino ein Leben im realen Sozialismus vorbei, von Mitmacheuphorie bis Widerwillen, von Hoffnung bis tiefe Enttäuschung. Es sind Erinnerungen an die vielen Stationen auf seinem Weg raus aus der DDR, die ihn oft an einem guten Ende zweifeln ließen. Doch das Pflänzchen Ausreise wuchs und wuchs, bis die Entscheidung unumkehrbar wurde. Dorothea, Martins Frau, kommt nach einem Aufenthalt in der BRD nicht mehr in die DDR zurück – Zufall? Keineswegs … sondern alles gut durchdacht und geplant. Nun muss nur noch Martin mit den beiden Kindern Jule und Tobias den Absprung schaffen. Geduld und Ausdauer sind gefragt, denn in der DDR sind die bürokratischen Wege lang und mühsam, Hoffnungen werden aufgebaut und wieder zerstört. Martin spielt den verlassenen Ehemann … wem darf er von seinen wahren Plänen erzählen? Ein rotes Telefon – keine Selbstverständlichkeit in der DDR – wird zu einem wichtigen Kommunikationsmittel zu seiner Dorothea. In Rückblenden begleitet der Leser Martin auf seinem Weg von der DDR in die BRD. Ein Zeitdokument, das nicht nur historisch interessant, sondern vor allem lebendig und authentisch ist.
Klaus Werner wurde 1941 in Weimar geboren und ist in Langensalza aufgewachsen. Er besuchte nach der Mittelschule eine Ing.-Schule in Magdeburg und die TU Dresden und war in Erfurt als leitender Angestellter tätig. Nach seiner Ausreise in die BRD arbeitete er als Projektleiter und Verwaltungsangestellter. In seiner Freizeit geht er gerne Segeln. Er liebt den Motorsport und hat in den letzten 25 Jahren mit einem Team einen Oldtimer(teile)markt (OLDTEMA) aufgebaut und geleitet. Klaus Werner hat an einem Schreibseminar teilgenommen. Das Ergebnis: „Sein rotes Telefon“ ist seine erste Veröffentlichung.