„Frau Löffler war verblüfft. War sie wirklich im Jenseits, dann hatte sie es sich so jedenfalls nicht vorgestellt.“ Als Frau Löffler auf ihrem Heimweg beinahe vom Lastwagen erfasst wird, wähnt sie sich noch einmal glücklich – das hätte böse ausgehen können! Doch schon bald muss sie feststellen, dass sie von einem Unglück in ein größeres gestürzt worden ist: Frau Löffler spukt als Tote durch ihr altes Viertel – und ist damit nicht allein. Längst verstorbene Nachbarn und ihre geliebte Großmutter begegnen ihr in diesem Leben nach dem Tod. Und führen ein ziemlich gediegenes Dasein im Jenseits – unbemerkt von den Sterblichen geistern sie in ihren alten Wohnungen herum. Doch die Totenruhe wird gestört von einem Neuankömmling im Viertel – dem verführerischen Herrn Tober, der den Verstorbenen ein Paradies auf Erden verspricht, wenn sie nur seinen Anweisungen folgen. Sein Ziel? Die Lebenden aus dem Viertel vergraulen – und ein echtes totes Viertel erschaffen. Was als Reihe harmloser Streiche anfängt, verkommt bald zum Horror – und Frau Löffler steckt mittendrin. Olivia Montis neuer Roman begeistert mit originellen Figuren und ist voller satirischem Biss. Denn die Toten sind den Lebenden eben nicht unähnlich, und so kann es passieren, dass man sich selbst in der ein oder anderen Figur wiedererkennt – mit all ihren guten und garstigen Eigenheiten. Das ist aber vielleicht gar nicht schlimm, denn wie der verstorbene Dr. Krepp schon erkennt: „Omnia vincit amor.“
Olivia Monti wurde 1960 in Stuttgart geboren. Nach ihrem Jurastudium in München promovierte sie zum Dr. jur. in Florenz, entschied sich aber dann für die Kunst. Seit 1993 ist sie als freie Autorin aktiv und verfasst schaurig-schöne Kriminalromane. Ihr Talent für feinsinnige Beobachtungen und vielschichtige Figuren kommt auch in ihrem neuesten Buch Die Toten von nebenan voll zum Tragen. Die leidenschaftliche Künstlerin lebt, malt und schreibt in Ludwigsburg und Zürich.