Wie schaut das Burgenland aus den Augen eines „Zuagroasten“ aus? In diesem Buch nimmt ein Salzburger Autor seine Leserinnen und Leser mit auf eine Reise ins kleinste Dorf Österreichs – Tschanigraben. Mit feiner Beobachtungsgabe, Sprachwitz und einer guten Portion Selbstironie hält er fest, was den Alltag im Südburgenland so besonders macht. Ob Zeitlöcher, die den Rhythmus des Tages aushebeln, Dorffeste mit Maibaumkraxeln und Gulasch, Begegnungen im Heizungskeller oder unerwartete Lektionen in Geographie – jede Episode ist eine liebevolle, aber auch augenzwinkernde Annäherung an das Leben in einer Region, die oft im Schatten steht und doch voller Eigenheiten, Geschichten und Charme steckt. Der Dialekt – das Hianzische – ist dabei nicht nur sprachliche Würze, sondern Ausdruck der Kultur, die sich hier an der Grenze zwischen Österreich und Ungarn über Jahrhunderte entwickelt hat. Die Texte zeigen, wie Tradition und Gegenwart aufeinandertreffen, wie Zuwanderer und Einheimische sich annähern – manchmal über ein Stamperl Schnaps, manchmal über Missverständnisse, die erst im zweiten Blick zu herzlichen Geschichten werden. Mit seinem Buch legt Herbert Matl mehr als nur ein literarisches Tagebuch vor: Es ist ein Kaleidoskop des Landlebens, zwischen Humor und Nachdenklichkeit, zwischen Alltagssatire und poetischen Momenten. Wer Österreich kennenlernen will, findet hier eine ungewöhnliche, lebendige Perspektive – frisch, pointiert und mit einem Augenzwinkern erzählt.
1957 in Salzburg als erstes von acht Kindern geboren, wuchs Herbert Matl in einer Handwerkerfamilie auf. Nach Volksschule und Hauptschule maturierte er 1976 am musisch-pädagogischen Bundesrealgymnasium in Salzburg. Früh faszinierte ihn die Naturwissenschaft, und nach Reisen nach Mexiko, Guatemala und in die USA wandte er sich der Geologie zu. 1988 promovierte er zum Doktor phil. mit den Fächern Geologie-Paläontologie und Mineralogie-Petrographie. Beruflich war er zunächst als Abfall- und Umweltberater tätig, bevor er 1991 bis 2022 als Geschäftsführer den Abfallwirtschaftsverband Pongau leitete. Zudem war er von 1998 bis 2023 als Ziviltechniker für Erdwissenschaften tätig. Seit November 2022 ist er in Pension. 1985 wurde sein Sohn Johannes-Ilmarin geboren. Nach einer geschiedenen Ehe lebt er seit 1994 mit seiner Partnerin Elfriede. Bereits in den 1990er-Jahren begann er, Kurzgeschichten, Gedichte und ein Musical-Libretto zu verfassen.