Ein letztes Mal noch den Knopf drücken, der die Flammen in den Krematoriumsöfen entfacht und die Särge einfahren lässt – dann wartet der Ruhestand auf Res. Doch die „Schreie“ der kürzlich Verstorbenen werden ihn auch nach dem Ende seines Arbeitslebens nicht loslassen. So folgt er den Signalen, die er glaubt, über elektrische Hirnströme in den letzten Sekunden vor dem Verbrennen von den Leichen empfangen zu haben. Dabei gerät er selbst ins Visier der Staatsanwaltschaft und ins Netz von Familiengeheimnissen hochangesehener Schweizer Familien. Während er nach und nach versucht, seine Gabe zum eigenen Vorteil zu nutzen, ist der inzwischen trockene Alkoholiker mit den Scherben seiner eigenen Familiengeschichte konfrontiert.
Mit „Der kleine Tycoon“ entführt Andrea Keller ihre Leserinnen und Leser in das Hongkong der aufstrebenden Wirtschaftsjahre – eine faszinierende Welt zwischen globalem Handel, kulturellen Gegensätzen und großen persönlichen Entscheidungen. Der junge Jurist Adrian verlässt nach einer beruflichen Enttäuschung seine Heimat und nimmt eine Stelle in Hongkong an. Dort soll er für eine kleine Handelsfirma chemische Produkte analysieren und Zertifikate ausstellen. Schon bald erkennt er jedoch, dass in dieser Branche nicht immer alles so sauber ist, wie es scheint. Zwischen ehrgeizigen Unternehmern, dubiosen Geschäftsmodellen und der Dynamik einer Stadt, in der Erfolg und Scheitern oft nur einen Schritt auseinanderliegen, muss Adrian seinen eigenen Weg finden. Während er sich im Alltag zwischen Laborarbeit, Geschäftsbeziehungen und den Begegnungen mit anderen Auswanderern bewegt, wächst in ihm der Wunsch, selbst unternehmerisch tätig zu werden. Eine Idee aus seiner Vergangenheit könnte ihm die Tür zu einem eigenen Geschäft öffnen – doch der Weg dorthin ist riskant und verlangt Mut, Ausdauer und die Bereitschaft, Verantwortung für die eigenen Entscheidungen zu übernehmen. „Der kleine Tycoon“ ist ein spannender Entwicklungsroman über Ehrgeiz, Moral und die Suche nach dem eigenen Platz in einer globalisierten Welt. Gleichzeitig zeichnet das Buch ein lebendiges Bild des historischen Hongkong – einer Stadt voller Möglichkeiten, in der Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen zusammentreffen und versuchen, ihr Glück zu machen. Andrea Keller verbindet in dem Roman persönliche Lebensgeschichten mit wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen und zeigt, wie eng Erfolg, Zufall und Charakter miteinander verbunden sein können.
Andrea Keller hat viele Jahr in Basel gelebt und kennt aus dieser Zeit das basel-städtische Krematorium und den sehr grossen Friedhof „Hörnli“. Während der späteren beruflichen Tätigkeit erfolgten Erfahrungen in der Tranplantationsmedizin, aus denen sich während der Covid Pandemie wegen der üblicherweise schnellen Kremation der an Covid Verstorbenen die Idee zu diesem Buch entwickelte. Andrea Keller ist seit der Pensionierung häufig auf Reisen, dazwischen jedoch meist im Tessin und geniesst die Aussicht von der Terasse auf den See.